Autofolie und "normalen" Lack mit Rostlack Ratlook berosten
Die besten Ideen kommen uns leider meist nicht im Schlaf, aber zum Glück von Euch. Schon vor längerem wurde uns die Frage gestellt, ob man den Rostlack Ratlook denn auch auf handelsübliche Autofolie auftragen und anschließend wieder entfernen könne. Ein nicht ganz preiswertes Auto sollte nur zu Werbezwecken kurzeitig optisch verändert werden.
Gute Frage, keine Ahnung, war unsere Reaktion. Jetzt haben wir uns endlich aufgerafft und das Ganze getestet. Klar ein Tutorial sollte ebenfalls entstehen und ihr seht gleich, wir sind im Lackieren besser als im Fotografieren.
Und ein kleiner Hinweis gleich vorweg. Probiert das Vorgehen unbedingt an einem Probestück aus - Hinweis am Textende beachten. Wir haben auch nicht getestet, wie sich die Folie samt Rostlack Ratlook verhält, wenn man Sie lange der Sonne und Witterung aussetzt.
Aber es funktioniert und hält auch wenigstens die einmalige Behandlung mit einem Hochdruckreiniger der Waschstraße unseres Vertrauens aus. Neugierig, dann scrollt direkt zu Schritt 8 oder besucht unseren Youtube-Kanal.
Habt Ihr eigene Projekte mit unserem Rostlack realisiert, gefilmt und bei Youtube online gestellt? Wir binden diese gerne in unsere noch ziemlich leere Playlist ein oder veröffentlichen eine Fotoserie auf der Webseite. Schickt uns eine Email an: info@metalldesign-fuerst.de. Wir melden uns un besprechen das weitere Vorgehen.
Für das Lackieren eines folierten Kotflüges benötigt ihr:
- Rostlack Ratlook: wir haben ca. 100g verbraucht
- Edelrost-Aktivator in der Pumpsprühflasche ( weil wir es gerne bequem haben)
- 2 Pinsel aus dem Baumarkt, die preiswerten reichen aus: einen für Grundierung, einen für den Rostlack. Ihr könnt den Pinsel auch zwischen den Arbeitsschritten reinigen.
- Schleifpapier: 200er und 400er Körnung
- Autofolie von 3M aus dem Autofachhandel
Vorbereitung der Oberfläche des Werkstücks
Wir starten mit der Vorbereitung des Untergrundes der zu lackierenden Fläche. Für unser Beispielprojekt haben wir uns einen Kotflügel aus dem Autohandel besorgt. Dieser ist bereits in schwarzer Farbe lackiert. Ihr könnt natürlich mit jedem anderen Werkstück arbeiten.
Einzige Voraussetzung: staub- und fettfrei sollte es sein. Lose Altlackbestände müssen vorab ebenfalls entfernt werden.
Für die „Auto“-Folie eignet sich eine glatte Oberfläche am besten, dort hält diese optimal. Das müsst ihr vor der Lackierung unbedingt testen.
An einem nagelneuen Kotflügel beschränken sich die Vorbereitungen auf das Entfetten der Oberfläche. Wir haben hierzu handelsüblichen Glasreiniger verwendet.
Autofolie auftragen und Abkleben ungeschützter Lackflächen
Auf die Hälfte des Kotflügels haben wir die knallrote Folie des Herstellers 3M angebracht. Somit haben wir einen schönen Kontrast zum schwarzen Kotflügel, der Grundierung und zum späteren Rostlack Ratlook. Folgt bei der Montage einfach den Angaben des Herstellers.
Achtet darauf, dass die Folie unbeschädigt um Ecken und Kanten herumgelegt wird. Nur dann können bei der späteren Lackierung keine Lackreste am Folienrand unter die Folie „fließen“.
Die Montagepunkte und den Übergang zwischen Folie und Lack haben wir mit handelsüblichem Klebeband abgeklebt. So bekommt ihr eine saubere Trennkante an der Rostlackgrenze und müsst während des Lackierens nicht so genau arbeiten.
Lack anschleifen und grundieren
Und jetzt wird es spannend. Zuerst schleifen und grundieren wir die unbehandelte schwarze Seite des Kotflügels.
- der Lack wird mit 200er Schleifpapier leicht angeraut bzw. angeschliffen, damit die Grundierung gut haftet. Achtung: Schleifstaub anschließend entfernen und evtl. Entfetten, wenn ihr mit den Fingern auf den Lack gekommen seid.
- Zuerst tragt ihr die Grundierung mit einem Pinsel aus dem Baumarkt auf und lasst diese gut trocknen.
Wir haben 2 verschiedene Grundierungen bei uns im Shop. Grundsätzlich könnt ihr den Rostlack Ratlook auch direkt auf eine alte Lackierung auftragen. Mit der Grundierung ist das Metall geschützt und der Rostlack „haftet“ optimal auf der Oberfläche.
Anschleifen Folie & Grundierung mit feiner Körnung
Nachdem die Grundierung gut durchgetrocknet ist, haben wir sowohl die Folie als auch die Grundierung leicht per Hand angeschliffen. Nehmt eine 400er Körnung oder noch feineres Schleifpapier. Achtet darauf, keine tiefen Kratzer zu schmirgeln!
Wie immer, anschließend den Schleifstaub entfernen und falls notwendig mit einem milden Mittel entfetten. Vorsicht bei der Folie, diese könnte sich sonst lösen.
Ihr könnt preiswerte Baumwoll- oder Einweghandschuhe tragen, um Fettfinger auf der Folie zu vermeiden. Am preiswertesten: Ihr passt einfach ein bisschen beim Schleifen auf.
Erster Anstrich mit Rostlack Ratlook
Endlich ist es soweit, wir tragen die erste Schicht Rostlack Ratlook auf. Ihr findet auf der Produktseite im Shop eine Anleitung zum Download. Dabei könnt ihr wieder einen handelsüblichen Pinsel verwenden. Mit der Menge aufgetragener Farbe, steuert ihr den späteren Rosteffekt. Ihr könnt die Lackierung wiederholen, falls es euch nach dem ersten Anstrich nicht „rostig“ genug ist.
Und wer eine knallrote Folie nimmt, kommt um die zweite Lackierung nicht herum. Auf dem Photo seht ihr, dass die rote Folie nach dem ersten Anstrich noch durchscheint.
Der Rostlack Ratlook ist nach dem Anstrich und dem Antrocknen noch nicht „rostig“. Den Rostvorgang startet ihr mit dem jeder Rostlack-Ratlook-Dose beiliegenden Aktivator. Sprüht die Oberfläche leicht mit Hilfe einer Sprühflasche ein. Tastet euch langsam vor. Mit der Menge des aufgesprühten Aktivators steuert ihr den Rostvorgang. Ihr könnt damit auch tolle Fließeffekte erzielen. Seid experimentierfreudig und schickt uns die schönsten Ergebnisse für die Bildergalerie!
Falls ihr mit dem Ergebnis bereits zufrieden seid, könnte ihr den Rostprozess mit einer oder zwei Schichten Klarlack stoppen. Auf der Produktübersicht des Shops findet ihr verschiedene Klarlack-Produkte - zum Streichen und als Sprühdose. Außerdem könnt ihr Aktivator einzlen und in einer Sprühflasche bestellen.
2. Anstrich mit Rostlack Ratlook - optional
Gefällt euch der Rosteffekt noch nicht oder scheint die Folie durch, tragt ihr eine weitere Lackschicht direkt auf den Rostlack-Ratlook auf.
Ein kleiner Tipp für experimentierfreudige: Lackiert nur einzelne „Flecken“ neu. Damit erzielt ihr ebenfalls ein interessantes Muster.
Nachdem der Lock angetrocknet ist, startet ihr den Rostprozess wieder mit dem beiliegnden Aktivator.
Autofolie entfernen falls es nicht gefällt
Habt ihr euch an dem folierten und anschließend lackierten Auto satt gesehen, könnt ihr den Lack ganz einfach ohne Abschleifen entfernen.
Erhitz die Folie mit einem handelsüblichen Heißluftfön und beginnt am Rand des Bauteils. Die Folie zieht sich zusammen und kann leicht abgerollt werden.
Wenn ihr zu Beginn sauber gearbeitet habt. Keine Risse in der Folie vorhanden waren und ihr nicht über eine Folienkante lackiert habt, sehr ihr wieder einen tiefschwarzen Kotflügel. In den Bildern des Sliders seht ihr schön, wie wir langsam vom Rand her die Folie entfernt haben. Auf der rechten Seite ist die „klassische“ Variante der Rostlacklackierung zu sehen.
Denkt unbedingt daran, dass auch andere temperaturempfindliche Teile des Autos oder Motorrads durch den Heißluftfön zerstört werden können – z. B. Tür oder Fensterdichtungen.
Hochdruckreiniger Behandlung
Übersteht unser Rostlack Ratlook auch die Behandlung mit einem Hochdruckreiniger, falls als Untergrund eine Autofolie verwendet wird oder blättert die Rostpatina ab? Probieren geht über studieren haben wir uns gedacht und sind samt Kotflügel zur nächstgelegenen Waschstraße gefahren.
Das Ergbenis seht ihr im Video, schaut selbst.
Das Video wir beim Abspielen durch Youtube ausgeliefert. Bitte informiert Euch über die Youtube-Datenschutzrichtlinie
Härtetest mit Hochdruckreiniger
Klickt auf das Bild und Ihr gelangt direkt zu dem Video bei Youtube!
Rechtlicher Hinweis / Warn-Hinweis
Wir - metalldesign-fuerst.de - übernehmen keine Garantie oder Gewährleistung für dieses Anwendungsbeispiel. Die Übernahme der Arbeitsschritte erfolgt auf eigene Gefahr und Risiko. Wir empfehlen, einen Test auf einem Probewerkstück durchzuführen
